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ä24 Eröffnung

Musik und Medizin gehen in vielerlei Hinsicht eine enge Verbindung ein. Dies verraten unser Vokabular und viele Redewendungen. Auch die Wissenschaft hat sich schon mit den vielfältigen Verknüpfungen der beiden Disziplinen befasst und auffällig häufig sind Medizinerinnen und Mediziner auch Musikerinnen und Musiker.

Musik kann Herzen schneller schlagen lassen oder bei Herzkranken bereits nach 20minütigem Genuss von Mozart-Kompositionen vegetativ beruhigen. Diese Feststellung traf schon einmal „die Maus“ im Fernsehen und in der gleichnamigen Sendung wird bekanntlich solide recherchiert. Musik, unser Wohlbefinden und Medizin sind eng miteinander verbunden. Nicht umsonst spricht man in der Medizin von Herztönen und umgekehrt in der Musik z.B. von pulsierenden Achteln. Die Auskultation des Herzens kennt genauso wie die Musik das Crescendo und das Decrescendo. Kardiologen und Musiker lieben es gleichermaßen, wenn es rhythmisch zugeht und das Herz im Takt schlägt.

In vielen Werken Beethovens wurde im Jahr 2015 wissenschaftlich ein Zusammenhang zwischen seinen Kompositionselementen und eigenen Herzrhythmusstörungen postuliert, was allerdings in Ermangelung eines überlieferten EKG für immer spekulativ bleiben dürfte. Das Erleben von Rhythmusstörungen dürfte Beethovens Komposition des Bläseroktetts eher nicht zugrunde gelegen haben, fällt es doch noch in seine jugendlichen Bonner Jahre. Das Bläseroktett war im auslaufenden 18.Jahrhundert eine Kernbesetzung in der sogenannten Harmoniemusik, für die auch Mozart komponierte und auf der auch die wunderbare Bläserserenade von Antonin Dvorak später aufsetzte. Kontrafagott, ein drittes Horn, Kontrabass und ein Cello ergänzen hier das Oktett. Harmoniemusik für Bläser war früher ein bedeutsames Element an adligen Höfen zu offiziellen Anlässen. Harmoniemusik fügt sich heute aber genauso in das große Rund des wunderbaren Bonner Plenarsaals mit seiner modernen demokratischen Tradition ein. 

Ärztinnen und Ärzte aus allen Ländern der Erde tauschen im World Doctors Orchestra mehrfach jährlich den weißen Kittel gegen ihr Musikinstrument und treffen sich mit etwa 100 Instrumentalisten mit ihrem Dirigenten Prof. Dr. med. Stefan Willich zu musikalischen Charity-Auftritten auf hohem musikalischen Niveau. In mehr als 40 Sessionen des vergangenen Jahrzehnts gab es große Sinfoniekonzerte in bedeutenden Konzertsälen der Welt wie z.B. Boston, Hamburg oder London. 2024 finden Sinfoniekonzerte in Arizona, Karlsruhe, Seoul und Sydney statt. In der kommenden Saison 2025 steht dann u.a. die wunderbare Kölner Philharmonie auf dem Programm. In kleinerer Formation präsentieren Ihnen aus dem Rheinland stammende Musiker des World Doctors Orchestra heute Abend zwei Serenaden und werben diesmal für Kinderherzen e.V. 

Kinderherzen e.V.

Der Verein Kinderherzen aus Bonn hat schon zahllose medizinische Projekte international wie national (einschließlich NRW) gefördert, darunter auch in erheblichem Maße Projekte zur Förderung der Musiktherapie. Musik mit ihrer beruhigenden Wirkung senkt hier z.B. den Verbrauch von Schlaf- und Schmerzmitteln intensivpflichtiger Kinder und unterstützt so die Genesung. Kinderherzen beteiligt sich an zahlreichen Wissenschaftsprojekten, fördert therapeutische Maßnahmen und entsendet eigene medizinische Teams, zuletzt für drei Operationswochen nach El Salvador in die vom Verein selbst erbaute, erste mobile Kinderherzklinik der Welt.

Die Musikerinnen und Musiker des heutigen Abends wünschen dem Veranstalter wie dem Publikum einen erfolgreichen Kongress und hoffen mit ihrer Harmoniemusik die Brücke zwischen Musik, Medizin und Charity weiter auszubauen.

World Doctors Orchestra

WDO Denmark 2023

Harmoniemusik – Musik fürs Herz von Beethoven und Dvorak

Musikalisches Rahmenprogramm 

 

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

Parthia von 1792 am Hofe des Kölner Kurfürsten Maximilian Franz in Bonn:

Oktett Es Dur op.103 für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte und 2 Hörner

1. Allegro

2. Andante

3. Menuetto. Allegro – Trio

4. Finale. Presto

 

Antonin Dvorak (1841 – 1904)

Serenade aus dem Jahr 1878 in d-Moll für 10 Bläser, Violoncello und Kontrabass, op. 44

1. Moderato, quasi marcia

2. Minuetto. Tempo di minuetto – Trio. Presto

3. Andante con moto

4. Finale. Allegro molto

 

Ausführende: 

Kammermusikensemble des 

World Doctors Orchestra